Produktives Lernen in Schleswig-Holstein

Produktives Lernen wurde in den Schuljahren 2019/20 bis 2021/22 im Rahmen des Modellprojektes eingeführt. Am 1. August 2019 hat das Projekt „Produktives Lernen in Schleswig-Holstein“ erfolgreich an folgenden Schulen begonnen. Beteiligt sind die folgenden Schulen:

  • Gemeinschaftsschule Ossenmoorpark, Norderstedt
  • Schule Altstad, Rendsburg
  • Max-Tau-Schule, Kiel
  • Leif Eriksen Gemeinschaftsschule, Kiel
  • Schule am Meer, Lübeck
  • Comenius-Schule, Quickborn
  • Gemeinschaftsschule am Lehmwohld, Itzehoe

Insgesamt beendeten im Modellprojektzeitraum 125 Jugendlichen das Produktive Lernen. Von Ihnen erhielten 112 einen ESA, einmal wurde ein Förderschulabschluss vergeben. Lediglich zwölf Jugendliche konnten im Produktiven Lernen keinen Schulabschluss erreichen. 56 Jugendliche gingen nach dem Produktiven Lernen direkt in eine Berufsausbildung, in über 80% fanden sie ihren Ausbildungsplatz an ehemaligen Praxislernorten.

Allgemeine Informationen zum Projekt

Produktives Lernen in Schleswig-Holstein ist ein Modellprojekt des Bildungsministeriums für ein zweijähriges Bildungsangebot in den Klassenstufen 8 und 9 der Gemeinschaftsschule. Ziel ist es, insbesondere abschlussgefährdete Schüler*innen mit einem stärker praxisbezogenen Bildungsangebot zum Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss (ESA) zu führen und sie bei der Entwicklung konkreter beruflicher oder schulischer Anschlussperspektiven zu unterstützen. Das Produktive Lernen verbindet außerschulisches Lernen an selbstgewählten Praxisplätzen und fachbezogenes Lernen in der Schule.

Zwei Pilotschulen hatten schon länger Produktives Lernen angeboten. Grundlage für das Projekt sind die positiven Erfahrungen, die die Comenius-Schule in Quickborn seit dem Schuljahr 2010/11 sowie die Gemeinschaftsschule am Lehmwohld in Itzehoe seit dem Schuljahr 2012/13. Ihre positiven Erfahrungen bildeten die Grundlage für das Modellprojekt und mit ihren Erfahrungen bereicherten sie die Weiterbildungsgruppe dem Produktiven Lernen gesammelt haben.

An beiden Schulen erreichten in den vergangenen Jahren die große Mehrheit – in einigen Jahren sogar alle teilnehmenden Schüler*innen – den Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss und die meisten begannen direkt im Abschluss an die Schule eine Ausbildung im dualen System. Einzelne setzten die Schule fort und strebten den MSA an.

Ergebnisse nach dem ersten Jahr des Modellversuchs

An sieben Schulen wurde das Produktive Lernen erfolgreich eingeführt, sechs von ihnen setzen das Angebot fort. Eine Schule, die Max-Tau-Schule in Kiel, stellte das Angebot aufgrund von personellen und räumlichen Problemen ein. An allen Standorten konnte das Produktive Lernen erfolgreich eingerichtet bzw. fortgeführt werden:

·         Ein Team von Lehrer*innen nahm die Vorbereitung und Durchführung des Schulversuchs in die Hand und begann die eigene dreijährige Qualifizierung.

·         Sieben Pädagog*innen beendeten die Qualifizierung und erhielten im Juli 2022 das Zertifikat zum*zur „Pädagog*in des Produktiven Lernens“. Vier später eingestiegene Lehrkräfte befinden sich noch im letzten Jahr der Qualifizierung.

·         An allen Schulen Es wurde eine Lernwerkstatt eingerichtet, die individualisiertes und praxisorientiertes Lernen befördert.

·         Es begannen 71 Jugendliche in Klasse 8 neu mit dem zweijährigen Produktiven Lernen. 90 % der Jugendlichen, die das Produktive Lernen beendeten erhielten einen Schulabschluss. 45 % der Jugendlichen konnten nach der Schule direkt in eine Ausbildung wechseln, in der Regel an ehemaligen Praxisplätzen.

·         In der Modellversuchsphase trotzten die Standorte den Widrigkeiten der weltweiten Corona-Pandemie und führten das Produktive Lernen phasenweise online, zum Teil mit Ersatzleistungen an Stelle des Lernens in der Praxis aber stets mit viel Engagement fort.

·         Seit dem Schuljahr 2022/23 gingen die Standorte in die Qualitätsentwicklung und -sicherung über.

·         Eine Ausweitung des Produktiven Lernens in Schleswig-Holstein auf weitere 5 Standorte ab dem Schuljahr 2023/24 ist beabsichtigt. An den beiden Schulen in Quickborn und Itzehoe setzten 21 weitere Schüler*innen das Produktive Lernen in Klasse 9 fort. Von ihnen erreichten 16 Jugendliche den Schulabschluss und 10 Jugendliche wechselten direkt nach Verlassen der Schule in eine Ausbildung.

Zentrale Ziele des zweiten Projektjahres sind:

·            Verstetigung des Angebots und Aufnahme neuer Schüler*innen in den 8 Jahrgang.

·            Erreichen des Ersten allgemeinbildenden Schulabschlusses durch möglichst viele Teilnehmer*innen im 9. Jahrgang.

·            Entwicklung einer stabilen Anschlussperspektive gemeinsam mit den Abgänger*innen.

Eine ausführliche Auswertung der ersten Projektjahre  finden Sie in unserem jährlichen Projektentwicklungsbericht.

Impressionen aus dem Produktiven Lernen in Schleswig-Holstein

Videobeitrag von PL-Schüler*innen aus Itzehoe:

PL-Schüler/innen in Itzehoe bauten im Schuljahr 2015/16 eine eigene Bar für alkoholfreie Cocktails und wurden für einen Filmbeitrag mit dem Titel Film „Be cool, nicht Alko-hohl“ im Rahmen eines Wettbewerbs prämiert (siehe auch „Filmreifer Spaß ohne Alkohol“ aus der Norddeutschen Rundschau vom 15.07.2016).

Presseveröffentlichungen zum Produktiven Lernen in Schleswig-Holstein

„EINZIGARTIGES ANGEBOT IN RENDSBURG-ECKERNFÖRDE: Produktives Lernen: Altstadt-Schüler helfen in Betrieben mit“ in Schleswig-Holsteinische Landeszeitung vom 28.08.2019: https://www.shz.de/lokales/landeszeitung/produktives-lernen-altstadt-schueler-helfen-in-betrieben-mit-id25339207.html

PL-Klasse. Chance für schulmüde Jugendliche„, Beitrag im NDR vom 09.08.19

Produktives Lernen – Bildungsministerin Prien stellt 5 neue Lern-Klassen vor„, Fernsehbeitrag im NDR vom 09.08.19

‚Produktives Lernen‘: Vom Problemschüler zum Gastronom„, Beitrag im Schleswig-Holstein Magazin vom 09.08.19

SCHULE IN ITZEHOE : „Top-Projekt“: Land fördert Produktives Lernen“ in Norddeutsche Rundschau: www.shz.de/lokales/norddeutsche-rundschau/top-projekt-land-foerdert-produktives-lernen-id25094687.html

„Jugendliche nutzen ihre Chance. Alle Teilnehmer des Projektes Produktives Lernen der Gemeinschaftsschule am Lehmwohld haben einen Ausbildungsplatz bekommen“ in der Norddeutschen Rundschau vom 30.06.2015: www.shz.de/lokales/norddeutsche-rundschau/jugendliche-nutzen-ihre-chance-id10099391.html

„Lernen – nicht nur für die Schule“ in der Norddeutschen Rundschau vom 30.01.2014:
www.shz.de/lokales/norddeutsche-rundschau/lernen-nicht-nur-fuer-die-schule-id5573341.html

„Produktives Lernen schafft Berufschancen“ in der Norddeutschen Rundschau vom 13.06.2013:
www.shz.de/lokales/norddeutsche-rundschau/produktives-lernen-schafft-berufs-chancen-id3289111.html