Produktives Lernen – Infos für Pädagog*innen

Wie kann ich Pädagoge oder Pädagogin im Produktiven Lernen werden?

Unsere Angebote im Bereich der Fort- und Weiterbildung sind teilweise gebunden an Projekte (z. B. Einführung des Produktiven Lernens) und dienen dann der Qualifizierung von Lehrkräften oder Multiplikator*innen für das Projekt. Dies sind z. B.

  • Zertifiziertes zwei- bzw. dreijähriges Weiterbildungsstudium „Produktives Lernen in Europa“
  • Zertifiziertes zweieinhalb- bzw. dreijähriges Weiterbildungsstudium „Projektberatung für Produktives Lernen
  • Fortbildungsangebote für Projektberater*innen des Produktiven Lernens und Projektmoderator*innen

Als Lehrkraft haben Sie die Möglichkeit, sich durch unser zwei- bis dreijähriges projektbegleitendes Weiterbildungsstudium zum Pädagogen bzw. zur Pädagogin des Produktiven Lernens zu qualifizieren und zertifiziert zu werden. Voraussetzung dafür ist, dass Sie ein Bildungsangebot des Produktiven Lernens starten oder in einem solchen mitwirken wollen. Bestehende Projekte finden Sie unter der Übersicht der Bundesländer.

Die folgenden Materialien stehen den Pädagog*innen im Weiterbildungsstudium Produktives Lernen in Europa zur Verfügung:

  • Curriculum-Rahmen für das Produktive Lernen
  • Werkzeugkästen: Deutsch, Mathematik und Englisch im Produktiven Lernen, Lernen in der Praxis & Kommunikationsgruppe im Produktiven Lernen
  • Mathematische Lernpakete
  • Reader: Die Orientierungsphase im Produktiven Lernen, Englisch im Produktiven Lernen

Im Weiterbildungsstudium lernen Sie die wichtigsten Theorien und Methoden des Produktiven Lernens kennen. Im Laufe Ihres Studiums und der Entwicklungsarbeit im Projekt verändert sich Ihre Rolle immer stärker zum Begleiten und Beraten von Bildungsprozessen. Wenn Sie gern weitere Informationen erhalten möchten, nehmen Sie gern direkt Kontakt zu uns auf!

Erfahrungen von Pädagog*innen Produktiven Lernens:

Frau Brand (Pädagogin im PL)
„Ich arbeite seit fünf Jahren als Pädagogin im Produktiven Lernen. Ich kann nur bestätigen: Es ist ein völlig anderes Lernkonzept – eines, das anstrengend, aber auch äußerst befriedigend ist.“

Was verändert sich durch Produktives Lernen für mich als Lehrkraft?

Als Pädagogin im Produktiven Lernen nehme ich eine völlig neue Rolle ein. Ich bin nicht mehr Fachlehrerin, sondern Lernberaterin. Gemeinsam mit der oder dem Jugendlichen entwickle ich ein ganz individuelles Lernprogramm. Dieses Lernprogramm orientiert sich an den Erfahrungen, die die Schüler*innen an ihren selbst gewählten Praxislernorten machen. Ich verbringe viel Zeit in der Individuellen Bildungsberatung mit einzelnen Jugendlichen, der Kontakt ist viel intensiver und dadurch vertrauter, persönlicher.

Gibt es Probleme, die Schüler*innen zu motivieren?

Oft haben die Schüler*innen eine schwierige Schulkarriere hinter sich. Sie haben jedes Selbstvertrauen verloren. Es ist dann ein mühsamer Weg, ihnen das wieder zu geben, was sie in all den Jahren verloren haben. Wenn es ihnen durch das Produktive Lernen gelingt, verschüttete Lernmotivation wieder aufzubauen, so ist das ein erster großer Erfolg.

Frau Fritsche (Kosmetikerin, Praxismentorin)
„Es ist für mich immer wieder faszinierend zu sehen, wie viele Jugendliche im Produktiven Lernen regelrecht aufblühen.“

Wie lernen die Schüler*innen im Produktiven Lernen?

An ihren Praxislernorten werden die Schüler*innen von ihrem „Praxismentor“ oder ihrer „Praxismentorin“ unterstützt. Aus den Erfahrungen an den Praxisplätzen entstehen die Lernaufgaben, die die Schüler*innen im Laufe des Schuljahres zu bearbeiten haben. Bei diesen Aufgaben verwenden sie fachliches Wissen und Können, natürlich auch aus allen Schulfächern, um Fragen zu beantworten und Themen zu bearbeiten, die ihnen „das Leben stellt“. Da werden dann auch ganz „normale“ Unterrichtsinhalte aktuell, wie Bruchrechnen, englische Vokabeln oder deutsche Grammatik. Auf diese Weise erreichen die meisten Schüler*innen ihren Schulabschluss.

Am Ende der 9. und/oder 10. Klasse im Produktiven Lernen bewähren sich die meisten Jugendlichen beim Übergang in das Berufsleben. Sie sind selbstbewusster geworden, sie haben gelernt, selbstständiger Entscheidungen zu treffen und ihre Bildungsbedürfnisse zu artikulieren. Sie können sich Ziele setzen und entwickeln Energien, diese Ziele auch zu erreichen. Sie wissen, was sie wollen, und sie wissen, was sie können.

Herr Thieme (Gärtnermeister, Praxismentor):
„Wir bieten Jugendlichen aus dem Produktiven Lernen Praxisplätze in unserem Gartenbaubetrieb.“